Handballregeln

Die internationalen Handballregeln werden von der Internationalen Handballföderation (IHF) herausgegeben und alle paar Jahre aktualisiert. Die letzte Erneuerung erfolgte im Jahr 2010.

Das Spielfeld

Die Spielfeldgröße in einer Halle ist auf 40 Meter in der Länge und 20 Meter in der Breite vorgeschrieben. Sowohl die Torlinien wie auch die Seitenlinien gehören zu dem Spielfeld. Der Spielball muss diese Linien mit vollem Umfang überschreiten, um den Ball als im Aus oder im Tor werten zu können. Ein Handballtor hat anders als im Fußball kein rundes, sondern ein eckiges Gehäuse (Pfosten, Latte). Das Tor ist 2 Meter hoch und 3 Meter breit. Um das Tor ist mit einem Radius von 6 Metern ein Halbkreis umzogen, in welchem sich nur die jeweiligen Torhüter aufhalten dürfen. Die Spieler der jeweils gegnerischen Mannschaft dürfen über diesen 6 Meter vom Tor entfernten Halbkreis springen, müssen den Spielball aber, bevor sie wieder Bodenkontakt haben, geworfen haben. Ein Tor darf grundsätzlich von jeder Position geworfen werden, sofern der Werfer sich auf dem Spielfeld befindet. Ausgeschlossen ist der 6 Meter Raum der gegnerischen Mannschaft, der sogenannte Torraum. Hier darf sich kein Feldspieler befinden.

Der Spielball

Der Spielball bei einer Europameisterschaft besitzt einen Umfang von 60 Zentimeter, ist aus Leder und wiegt zwischen 425 und 475 Gramm.

Die Mannschaft

Eine Mannschaft besteht aus 7 Spielern. Pro Team sind somit 6 Feldspieler und 1 Torwart auf dem Platz. Die Gesamtspielzeit beträgt 60 Minuten mit einer Pause von 10 Minuten, also 30 Minuten pro Halbzeit. Im Gegensatz zum Fußball wird hier bei jeder längerer Zeitunterbrechung die Zeit angehalten, sodass es zu keinem Zeitspiel kommen kann und man die 60 Minuten voll ausnützt. Dafür gibt es keine Nachspielzeit, das heißt, nach 60 Minuten ist Schluss.
Jeder Trainer kann pro Halbzeit eine Auszeit (Time Out) nehmen. Befindet sich die eigene Mannschaft im Ballbesitz, kann der Trainer seine Grüne Karte auf den Schiedsrichter Tisch legen und hat dann 60 Sekunden Zeit, seiner Mannschaft nochmals nützliche Anweisungen zu geben.

Ein Spieler darf mit dem Ball in der Hand maximal 3 Schritte machen und muss den Ball wenn er ihn zwischenzeitlich nicht geprellt hat, sondern wiederum fest in der Hand hat, spätestens nach drei Sekunden abgeben.

Ahndung von Regelverstößen

Mögliche Regelverstöße werden von den zwei Schiedsrichtern, welche sich aktiv auf dem Feld befinden, sofort geahndet. Mögliche, und für die betroffene Mannschaft durchaus nützliche Strafen sind zum Beispiel Freiwürfe, gelben Karten oder Zwei-Minuten-Strafen. Wenn ein Spieler 3-mal eine Zeitstrafe oder direkt eine rote Karte bekommt, zieht das eine Disqualifikation nach sich und der Spieler darf in dieser Partie nicht mehr eingesetzt werden.

Seit 2010 werden zwei Arten von Disqualifikationen unterschieden: Die Disqualifikation mit und die Disqualifikation ohne schriftlichen Bericht. Bei einer Disqualifikation mit schriftlichem Bericht wird das Kampfgericht informiert und der jeweilige Spieler bleibt für den Rest der Spielzeit gesperrt. Eine Disqualifikation ohne schriftlichen Bericht zieht keine derartigen Folgen nach sich.

Zur Disqualifikation kommt es u.a. wegen folgender Regelverstöße:

  • aggressives Spiel
  • grob unsportliches Verhalten
  • vorsätzliche Aktionen ohne Bezug zur Spielhandlung
  • das Eingreifen von Offiziellen ins Spielgeschehen
  • verbale und non-verbale Beleidigungen.

Der 7-Meter-Wurf

Bei einem 7-Meter-Wurf darf der Werfer die 7-Meter-Linie weder berühren noch übertreten. Der Werfer muss den 7-Meter-Wurf innerhalb 3 Sekunden nach dem Schiedsrichterpfiff abgeschlossen haben und darf dabei bis zu einem Meter hinter der 7-Meter-Linie stehen.

Beim 7-Meter-Wurf zum Herbeiführen einer Entscheidung benennt jede Mannschaft fünf Spieler, die im Wechsel auf das Tor des Gegners werfen. Das Los entscheidet, auf welches Tor zuerst geworfen wird und welcher Spieler beginnt.